18.06.09 Traditionsschiffe zeigen schwarze Flagge auf der Kieler Woche

20.06.2009

Eine große Bandbreite von alten Schiffen und Nachbauten belebt das maritime kulturelle Geschehen in Europa. Jedoch dürfen sie im Moment legal kaum mehr die nächstgelegenen ausländischen Häfen anlaufen. Denn zunehmende Uneinigkeit der europäischen Staaten über die gegenseitige Anerkennung der nationalen Vorschriften für die Traditionsschiffe mündet in nationale Alleingänge. Das Fahren nur vor der eigenen Haustüre widerspricht aber den Konzepten dieser Schiffe. Es bedeutet ein Ende des kulturellen Austauschs, des Besuchs maritimer Veranstaltungen in anderen Ländern, der Weiterbildung von Jugendlichen und der Erhaltung traditioneller Seefahrtspraxis durch Langzeitfahrten über See. In dänische Häfen z.B. dürfen die Schiffe nur noch einlaufen, wenn sie wesentliche Bedingungen der Passagierfahrt erfüllen. Die dänischen Traditionsschiffe sind von den Restriktionen genauso betroffen und deswegen bei uns kaum mehr zu sehen. Deutschland gestattet niederländischen Segelschiffen das Befahren deutscher Gewässer ebenfalls nur sehr eingeschränkt. Die Eigner der Traditionsschiffe wissen nicht, wie es unter diesen Bedingungen weiter gehen kann. Das symbolisiert die schwarze Flagge mit dem Fragezeichen, die auf zahlreichen Teilnehmern der Kieler Woche gesetzt wird. Europa wächst zwar immer mehr auf einer gemeinsamen Rechtsgrundlage zusammen - eine Ausnahme dabei sind aber die immer noch rein nationalen Regelungen für Traditionsschiffe. Die Eigner brauchen eine verlässliche, internationale Rechtsgrundlage für den Betrieb der Schiffe. Die Organisatoren legen auf den Schiffen Unterschriftenlisten aus und bitten die Besucher der Kieler Woche durch ihre Unterschrift um Unterstützung. Die Listen werden den zuständigen Politikern zugeleitet. Mehr Informationen finden Sie unter http://www.blackflag.eu und http://www.gshw.de

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