Kieler Woche: Die weltweite Konkurrenz wächst

Die Weltsegel-Gemeinschaft wächst und die Begehrlichkeiten der einzelnen Nationen steigen. In den vergangenen 25 Jahren hat sich die Anzahl der Mitgliedsländer auf derzeit 136 erhöht. Vor diesem Hintergrund müssen sich nicht nur die Segler auf dem Wasser auf größere Konkurrenz einstellen, sondern auch die Regatta-Organisatoren an Land. Denn bei der Ausrichtung der Worldcups wollen immer mehr Nationen mitmischen. „Der Wettstreit wird immer größer. Darauf müssen wir uns einstellen. Kiel sollte daher beim Testen neuer Formate führend sein, um sich für die Zukunft aufzustellen”, sagte Rolf Bähr, Präsident des Deutschen Seglerverbandes (DSV), beim Segler-Frühstück zur Kieler Woche.

Der Kieler Yacht-Club an der Spitze der vier verantwortlichen Klubs neben dem NRV und HSC (Hamburg) und dem VSaW (Berlin) sieht sich für diese Aufgabe gut gewappnet. „Wir haben den Anspruch, die Veranstaltung mit dem höchsten Niveau zu sein. Dafür diskutieren wir sehr freigeistig über Neuerungen. Solange dies so geschieht, ist mir nicht bange”, sagte der KYC-Vorsitzende Henning Winter. Dennoch keimte in der Vergangenheit immer wieder die Frage auf, wohin die Worldcup-Austragungen nach 2012 vergeben werden.

Noch gibt es kein klares Bekenntnis des Weltverbandes ISAF für Kiel. Doch Nazly Imre, ISAF-Vize-Präsidentin, sagte: „Ihr seid gut, warum also macht ihr euch Sorgen.” Die Präsidentin des türkischen Verbandes stattete der Kieler Woche in diesem Jahr ihren Besuch ab und war beeindruckt: „Eine sehr spektakuläre Veranstaltung. Die Stärke ist die große Anzahl von Helfern, die sich mit der Kieler Woche präsentieren. Es läuft alles sehr gut, auch wenn es natürlich immer etwas zu verbessern gibt.”

Zum Worldcup-Abschluss in Weymouth werden alle möglichen Verbesserungen während der siebenteiligen Serie diskutiert. Was dabei auf dem Plan steht, ließ Nazly Imre noch offen. Aber auch die Kieler-Woche-Organisatoren werden mit einer Wunschliste nach Weymouth reisen. Vor allem die Größe des Feldes beim Match-Race steht für den obersten Wettfahrtleiter Jobst Richter auf der Agenda: „Wir müssen uns natürlich an das Format der ISAF halten, aber wir wollen nicht eingeschränkt sein. In diesem Jahr wollten 40 Teams beim Match-Race dabei sein, aber nur 24 durften entsprechend des Reglements zugelassen werden”, sagte Richter. Der Organisations-Chef ist der herausragenden Stellung der Kieler Woche bewusst und für die erneute Berücksichtigung bei der Worldcup-Vergabe zuversichtlich: „Wir haben nicht den Eindruck, dass wir dabei übergangen werden.”

In den kommenden zwei Jahren hat Kiel noch bessere Möglichkeiten, um für sich Werbung zu machen. Denn dann wird auf der Förde das Worldcup-Finale ausgesegelt. „Da werden wir uns für die Siegerehrung etwas besonderes einfallen lassen”, sagte Richter. Der Sailing World Cup ohne Kiel wäre ja auch wie der Grand Slam im Tennis ohne Wimbledon.


Veröffentlicht: 25. Juni 2010

PALSTEK is powered by WordPress, Theme based on branfordmagazine, inspired by D. Hoyt / Mimbo theme