Erfolge bei Kieler Woche stärken DSV-Flotte
Der Durchbruch ist da, die Arbeit der letzten Jahre trägt auf breiter Basis Früchte: Die Flotte des Deutschen Segler-Verbandes (DSV) hat den sechsten von insgesamt sieben Weltcups in dieser Saison zur Kieler Woche als erfolgreichste Nation abgeschlossen. Paralympics-Sieger Heiko Kröger gewann Gold, die Starboot-Crew Johannes Babendererde/Timo Jacobs (Lübeck) und Laser-Radial-Steuerfrau Franziska Goltz (Schwerin) ersegelten Silber und der EM-Vierte Philipp Buhl holte sich nach seiner Galavorstellung bei der Europameisterschaft vor Tallinn auf der Kieler Förde Bronze.
Insgesamt segelten 15 deutsche Mannschaften bei der 116. Kieler Woche in zehn olympischen Disziplinen und der Paralympics-Klasse 2.4mR in die Top Ten. „Darüber sind wir natürlich sehr glücklich“, sagt DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner, „jetzt führt die harte Arbeit unserer Segler und Seglerinnen und ihrer Trainer in den vergangenen Jahren endlich wieder zum verdienten Erfolg. Wir verspüren nach schweren Zeiten wieder Aufwind und werden den nutzen, um mit Blick auf die Olympischen Spiele 2012 weiter hart zu arbeiten.“
Besonders stark präsentierten sich vor Kiel die Disziplinen Laser, Starboot und 470er-Frauen, in denen jeweils mehrere Mannschaften die finalen Medaillenrennen erreichten. Nadine Stegenwalner sagt: „Es ist sehr erfreulich, dass so viele junge Talente ihren Rückstand auf die Weltspitze deutlich verkürzen konnten und nun ihre olympischen Chancen nutzen wollen.“
Die Premiere des Audi Sailing Team Germany begrüßten Nadine Stegenwalner und das DSV-Präsidium in Kiel ausdrücklich. Die Bilanz von DSV-Vizepräsident Torsten Haverland, im Verband für den Leistungssport verantwortlich: „Man hat gesehen und gefühlt, dass die neue Segel-Nationalmannschaft den Aktiven zusätzlichen Rückhalt geben kann. Wir haben nicht ohne Grund sehr viel Zeit und Arbeit in diese Partnerschaft mit dem Sailing Team Germany investiert und freuen uns nun über den gelungenen ersten Auftritt. Natürlich liegt noch viel Arbeit vor uns, denn wir alle tragen gemeinsam eine Riesenverantwortung gegenüber unseren Seglern und den Mitgliedern im Deutschen Segler-Verband.“
Nach wie vor liegt die Verantwortung für die sportfachliche Besetzung und Nominierung von Trainern und Seglern im olympischen Leistungssport beim Deutschen Segler-Verband. Doch die wirkungsvolle Initiative und Flankierung durch das Audi Sailing Team Germany trägt bereits Früchte, eröffnet neue Freiräume. „Wir müssen vor allem der Jugend klare Wege in den Leistungssport aufzeigen“, so Haverland, der selbst olympischer Leistungssportler war, die Sorgen der Aktiven nur zu gut kennt und Mitglied im Aufsichtsrat des Audi Sailing Team Germany ist, „es geht um bessere Planbarkeit mit Blick auf aktuelle und mögliche zukünftige olympische Disziplinen. Dieser Punkt ist auch vom Weltseglerverband klar erkannt. Ziel ist es, schnellstmöglich acht olympische Klassen für zehn Jahre im Voraus festzulegen und zwei weitere für mindestens sechs Jahre zu fixieren. Nur dann ist es für viele Talente wieder möglich, auf dem Weg zu Olympischen Spielen auf die richtigen Klassen zu setzen und die notwendige Erfahrung zu sammeln.“ Haverland bezieht sich in seiner Forderung auf den durchaus selbstkritischen und für die Zukunft wegweisenden „Olympic Report“ den der Weltseglerverband gerade veröffentlicht hat. Der Report ist auf der ISAF-Homepage (www.sailing.org ) nachzulesen und birgt über sportfachliche Themen hinaus auch interessante Analysen zu Themen wie „Segelsport & Medien“.
KADER IM WANDEL
Der Leistungssportkader des Deutschen Segler-Verbandes wird planmäßig zum 30. Juni überprüft. Die Nominierungen und die Berufungen für das kommende Jahr 2011 erfolgen nach den Ausschuss-Sitzungen in der Präsidiumssitzung Ende September und werden wie gewohnt zum 1. Januar des kommenden Jahres wirksam. Hinzu kommt in diesem Herbst die Nominierung der Mitglieder für das gesondert geförderte TOP-Team. Die Kriterien für diesen „Olympiakader“ sind seitens des DOSB noch nicht endgültig festgelegt. Dazu informieren wir in einem der kommenden Trendletter gesondert. Der Deutsche Segler-Verband geht davon aus, dass die Kriterien noch enger und anspruchsvoller gesteckt sein werden als vor vier Jahren.
Nach den jüngsten Erfolgen deutscher Mannschaften und weiteren noch anstehenden Europa- und Weltmeisterschaften in vielen olympischen Klassen rechnen Nadine Stegenwalner und Torsten Haverland mit einem wachsenden A-Kader, der aktuell nur fünf Mitglieder hat. So konnten sich beispielsweise die neuen Starboot-Europameister Johannes Polgar und Markus Koy schon jetzt ihren A-Kaderplatz für 2011 sichern. Ebenso die Starboot-Segler Johannes Babendererde und Timo Jacobs mit ihrem zehnten Platz bei der Weltmeisterschaft Anfang des Jahres. In den B-Kader segelten bei der Laser-Europameisterschaft vor Tallinn der erst 20 Jahre alte Sonthofener Sportsoldat Philipp Buhl und sein 23 Jahre alter Trainingspartner Simon Grotelüschen aus Lübeck mit den Plätzen vier und sieben.
MATCH-RACE-NACHWUCHS GESUCHT
Der Deutsche Segler-Verband veranstaltet vom 27. bis zum 29. August eine Match-Race-Sichtung vor Kiel. Bewerbungen können schriftlich per Mail an Bundestrainer Michael Fellmann (michi.fellmann@t-online.de) gerichtet werden. Maximal 15 Seglerinnen können an der dreitägigen Sichtung teilnehmen. Bewerbungen einzelner Seglerinnen ohne Team sind willkommen. Nadine Stegenwalner sagt: „Aktuell haben wir in Deutschland mit Silke Hahlbrocks Hamburger Match Race Team nur eine sehr starke Mannschaft. Deswegen wollen wir jetzt den Nachwuchs ansprechen und loslegen.“ Meldeschluss ist der 2. August 2010.
ERSTE OLYMPISCHE WEICHEN GESTELLT
Das Präsidium des Deutschen Segler-Verbandes hat die ersten Weichen für die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2012 gestellt. Die Leitung des Teams vor Ort wird Sportdirektorin Nadine Stegenwalner federführend übernehmen. Vize-Präsident Torsten Haverland wird nur dann vor Ort sein, „wenn mein Einsatz gefordert ist und nicht die Akkreditierung notwendiger Trainer gefährdet“. Beschlossen ist, dass ein Physiotherapeut das Team begleitet. Die Anzahl der Trainer kann erst nach Abschluss der Qualifikationen in Abhängigkeit von der Größe der deutschen Segelnationalmannschaft nach international vorgegebenen Quoten festgelegt werden. „Wir fanden es wichtig“, so Haverland, „einige Entscheidungen bereits jetzt zu treffen und klare Strukturen zu schaffen, auf die sich unsere Aktiven verlassen können.”
http://www.dsv.org
Veröffentlicht: 29. Juni 2010




