ONLY FISH: 100 Jahre Seefischereiforschung in Hamburg 1. April 2010 – 31. Mai 2010

Wie geht es dem Kabeljau? Was macht der Seelachs? Wie viel Hering, Rotbarsch und Scholle können und dürfen wir in Zukunft noch essen?

In Kooperation mit dem vTI-Institut für Seefischerei, Hamburg, präsentiert das Internationale Maritime Museum Hamburg in der Sonderausstellung „Only Fish“ 100 Jahre Seefischereiforschung und zeigt die Entwicklung des Fischfangs – vom Einbaum bis zum modernen Fabrikschiff.

Eine Ausstellung für die ganze Familie. Die beliebtesten Speisefische werden in einer Videoinstallation vorgestellt, Wissenschaftler berichten von Expeditionen auf hoher See, in einer Laborstation können kleine wie große Besucher an Mikroskopen selbst zum Forscher werden und zum Beispiel Gehörsteine (Otolithen) von Kabeljau und Seezunge untersuchen, um so das Alter der Fische zu bestimmen.

Besonderes Highlight der Ausstellung: Wertvolle Exponate des Zoologischen Museums der Universität Hamburg. In Alkohol fixierte Präparate kompletter Individuen zeigen die Vielfalt des Lebens in Flüssen, Seen und Ozeanen: Schleimaale, Neunaugen, Chimären, Haie, Rochen, Muskelflosser und Strahlenflosser sind oftmals sogar in verschiedenen Lebensstadien (Eier, Larven, Juvenile, Adulte) in der Sammlung vertreten.

Hamburger Kaufleute, z.B. von J.C. Godeffroy und P. Becker, und ihre Kapitäne hatte damals die Sammelleidenschaft gepackt. Unterwegs auf allen Weltmeeren, brachten sie wertvolle Fische mit nach Hause. Große Forschungsexpeditionen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erweiterten die Sammlung mit Fischarten aus der Südsee, der Tiefsee, dem Südpolarmeer, Asien und Afrika.

2048 kein Fisch mehr im Ozean. Kahlschlag auf dem Meeresgrund – Schon vor 100 Jahren hätten diese Schlagzeilen in den Zeitungen stehen können. Denn schon damals waren viele Fischarten in der Nordsee und in der Unterelbe stark übernutzt. Der Jahrhunderte alte und einträgliche Fischhandel der Hansestadt schien bedroht. Die Stadtväter waren in Sorge. Sie suchten nach Fischereibiologen, die mit ihrer Expertise langfristig den Fischfang sichern sollten.

So wurde 1910 die Fischereibiologische Abteilung des Naturhistorischen Museums Hamburg (heute: Zoologisches Institut und Museum der Universität) gegründet. Daraus entwickelte sich das Institut für Seefischerei. Seit dem 1. Januar 2008 ist es eines der 15 Institute des neu gegründeten Johann Heinrich von Thünen-Instituts (vTI), Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei.

Die Hamburger Forscher erarbeiten in internationalen Teams die wissenschaftlichen Grundlagen, nach denen die Bundesregierung ihre Fischereipolitik innerhalb der EU ausrichtet. Sie sind es, die auch noch im Winter bei Eis und Schnee Richtung Grönland aufbrechen oder in der Nordsee trotz Windstärke 10 und Dauerregen die „Kinderstube des Fisches“ kontrollieren, um zu schauen, wie sich der Nachwuchs entwickelt.

Ein umfangreiches Sonderprogramm wird „Only Fish“ im Mai begleiten, mit speziellen Führungen und Veranstaltungen für Kindergärten und Schulklassen sowie kulinarisch-wissenschaftlichen Vortragsabenden.

www.only-fish.de

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Veröffentlicht: 2. April 2010

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