Der Tanz beginnt
Die Bühne ist bereit. Die Vorbereitungen sind abgeschlossen. Die beiden Protagonisten, der Verteidiger des 33.Americas Cup - ALINGHI (SUI) und der Herausforderer - BMW ORACLE Racing (USA), haben ihre letzten Tests und das Fine-Tuning am nachmittag vor Valencia bei relativ leichtem Wind abgeschlossen; der letzte Schliff für Rennen 1 der best-of-three Serie.
Die beiden gigantischen Mehrrümpfer schienen mit ihren turmhohen Riggs alle Gesetze der Physik herauszufordern, als sie in einer leichten, teilweise ganz einschlafenden Brise sanft über die See vor Valencia gleiteten. Bei diesem Anblick heute nachmittag wurde der enorme Sprung überdeutlich, den diese 33. Auflage der ältesten Sporttrophäe der Welt, bei der Technik und der potentiellen Bootsgeschwindigkeit gemacht hatte.
Das Aufeinandertreffen dieser riesigen Mehrrümpfer verspricht einer der bedeutendsten und unvergesslichsten Meilensteine in der Geschichte des America´s Cup zu werden.
Das Warnsignal für das erste Rennen ist auf 10.00 Uhr (lokale Zeit) angesetzt, 6 Minuten vor dem Startschuss, auf das eine 20 Meilen Kreuz zur Luvtonne folgt und 20 Meilen vor dem Wind bis ins Ziel. Die Wettervorhersagen sind vielversprechend: leichte bis moderate Brisen, die ausreichen würden, um Rennen 1 zu starten.
Die beiden Kommodore des Verteidiger Yachtclubs Société Nautique de Genève, Schweiz für Alinghi, und des Herausforderer´s, Golden Gate Yacht Club, USA für BMW ORACLE Racing, warfen eine Münze und das Vorrecht bei Race 1 mit Wegerecht auf Steuerbordbug in die Startbox einzusegeln, gewann BMW ORACLE Racing.
Diese Auslosung fand im gut besuchten America´s Cup Park statt, während der Eröffnungsfeierlichkeiten des 33.America´s Cup, die tausende Besucher aus Valencia und Umgebung angelockt hatten, um sich bei dem vielfältigen Rahmenprogramm zu amüsieren, z.B. während der Maskleta, einem typisch valencianischen Feuerwerk oder bei der riesigen Paella mit 5000 Portionen, dem schweizer Raclette und den amerikanischen Hamburgern, deren Erlöse alle den Opfern von Haiti zu Gute kommen.
Der Herausforderer, der amerikanische Trimaran ‘USA’, wird von James Spithill (AUS) gesteuert und wird mit einem ca.70 Meter hohen steifen Flügelsegel starten. ‘USA’ ist der erste Trimaran, der in der Geschichte des America´s Cup in ein Rennen geht.
Der Verteidiger, der Schweizer Katamaran ‘Alighi 5’, wird von Team Präsident Ernesto Bertarelli (SUI) und Loïck Peyron (FRA) gesteuert. Das Team möchte den America´s Cup zum dritten Mal in Folge gewinnen.
Dieses Match der Mehrrümpfer ist völlig neues Territorium für den America´s Cup. Die Yachten können zweieinhalb bis drei Mal so schnell segeln wie die Windgeschwindigkeit. Niemand kann exakt vorhersagen, was passieren wird, wenn die beiden gigantischen Protagonisten in der Startzone parallel zueinander aufschliessen. Beim konventionellen Match Racing wird sofort versucht, den Gegner in eine Strafe zu drängen. So ein Strafkringel kann aber zweifellos teuer werden, wenn die Gegenseite mit 20 Knoten davon segelt.
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Veröffentlicht: 8. Februar 2010





